Wanderung 2010

und da frier ma scho...

Es ist ein Rekordaufgebot! 26 Personen nehmen zur unorthodoxen Zeit, Samstag 9.30 Uhr, den Weg ins Gesäuse in Angriff. Unorthodox? Ja, waren wir doch vor wenigen Jahren bereits um 4 Uhr auf der Straße. 

Im Konvoi mit sechs Autos brausen wir nach Kapfenberg, wo Birgit zu uns stößt. Der Zeitplan ist knapp, egal, ein Frühstück muss sein! Und auch ein Mittagessen, klarerweise. Dieses wollen wir an der Raststation in Trieben zu uns nehmen. Doch dort ist es leicht überfüllt, liegt wohl an Toni Polster und seinen Groupies... Tatsächlich, der ist auch dabei, bei unserem Ausflug! Naja, Zufall. Also Mittagessen fällt aus. 

Auf Grund einer Baustelle wird unser Autozug ein wenig zerrissen, und Alex verliert den Anschluss. Sicherheitshalber erwischen die Mannen zielsicher den falschen Abzweiger und landen wieder auf der Autobahn. Navi rein und geht schon! Erfolg: Kehrt bei der nächsten Abfahrt und 20 Minuten Zeitverlust, wo wir doch eh keine Zeit haben. Kurzerhand beschließt Alex, dass die Straße vor Admont eine Autobahn ist und verzichtet so gut es geht aufs Bremsen. Dies wäre auf einer Serpentinenstraße aber dann teilweise doch von Vorteil. Lediglich fünf Minuten verspätet treffen auch die Letzten ein. Doch wozu der ganze Stress? Rafter sind scheinbar artverwandt mit Surfern - alles easy, Stress kennen die nicht. 

Alle rein in die Wetsuits und losgefroren, ähh, gefahren! Nach einer kurzen Instruktion geht's rein in die Boote und ab in die 10 Grad heiße Enns. Die war vermutlich um nichts wärmer als die Luft, und auch nicht trockener. Da aus Zeitgründen das Mittagessen entfallen musste, frisst Max kurzerhand das Paddel des Guides. Also fast, der "Hölm" (zu hochdeutsch Helm), schützt ihn. Kurios, ist es doch "Hölm", der Max attakiert. Erklärung: Hölm steht also für den Kopfschutz und den Guide, ja, der heißt wirklich so! 

In der ruhigen Enns dürfen wir den Erzählungen des Guides lauschen: wann welcher Baum von welchem Borkenkäfer gefressen wurde und ähnliche spannende Details. Um der Sache Würze zu verleihen, wollen wir das Boot zum kentern bringen. "Ist wer dagegen?" - "Ja, ich!" entgegnet Michi. Ok, zur Kenntnis genommen, geholfen hat's ihm nichts! Selbst nach dem dritten Mal Kentern ist Michi stoisch wie eh und je, "Also jetzt bin ich dann wirklich ang'fressen" äußert sich Michi "in einer Mischung aus Hass und Entsetzen." 

Beim Durchfahren des Gesäuse-Eingangs geht es dann ein wenig mehr zur Sache. Stromschnellen und kleine Walzen machen den Ritt über die wasserarme Enns flotter. Noch ein paar Mal baden gegangen und vorbei war der Spaß. Ein Bus bringt uns zurück zum Start, wo uns warme Duschen erwarten. Nur einer erspart sich das Waschen: Bongo erklärt uns, dass die Enns ja "eh net so dreckig" war. 

Nach weiteren 2 Stunden Überfahrt zur Grangler-Hütte im Weißprichtal gibt's dann endlich was zu beißen. Der wunderbare Hüttenwirt, ja es ist der gleiche Wirt, bei dem wir schon zwei Mal nächtigten, serviert einen höchstdeliziösen Schweinsbraten. Doch Thorsten und Gerald können auch das nicht erwarten und beschließen den Hunger mit Schnaps zu bekämpfen. Der "Einser-Tisch" gibt also bereits das Tempo vor, sie sollten jedoch eingeholt werden. 

Munter geht's weiter: zuerst gesungen, dann genagelt, dann Hütten-Disco. Natürlich mit ausreichend "Getränken", die Bongo am nächsten Tag noch zu schaffen machen. Des Nächtens entbrennt ein hitziger Decken-Streit. Ich bin bereits seelenruhig im Traumland, als mir die Decke entwendet wird. Büßen musste der nächste, der mir in die Quere kommt. Das Los zieht Stefan, der mir versucht einzureden, wir seien seit 15 Jahren befreundet, und ich ihm doch die Decke dann nicht wegnehmen kann. Tja, in der Situation will ich einfach nur eine Decke haben! Ja, und alles andere als munter nehmen wir am Sonntag um 10 Uhr endlich die tatsächliche Wanderung in Angriff. Wobei, halt! Zuerst sind noch 90 Minuten Aufofahrt nötig. Ja, viel Autofahren für wenig wandern. 

Um 11.30 geht's dann wirklich los. Schon nach wenigten Minuten, als wir die erste Hütte passieren, schreien einige nach einer Pause. Immerhin können wir sie noch überzeugen und bis zur Königalm fortzuschreiten (60-70 Minuten Gehzeit vom Parkplatz). Gestärkt durch Speckknödel, Schnitzel und andere leichte Snacks geht's weiter. Zumindest Flo und ich nehmen den Berg in Angriff. Im Galopp geht's von der Hütte auf 1700 Meter Richtung Boarn Lacke und weiter zur Riedingscharte auf 2200 Meter. Ein weiterer Sturm aufs Weißeck geht sich zeitbedingt leider nicht aus. Also umgekehrt und zurück ins Tal gesputet, wo Flo und ich auf den Rest der Truppe treffen, die das Riedingtal erkundet haben. 

Auf den letzten Metern vor dem Parkplatz gleicht sich dann das Wetter wieder gewohnten Bedingungen an, es regnet. Die Sonne hat schon lang genug geschienen heute... 

Die Heimfahrt birgt noch ein wenig Konfliktpotential in sich: Flo plädiert für den Tauerntunnel und das Ennstal, Konni und Christian hingegen für den Weg über Tamsweg. Demokratisch entschieden geht's also über Tamsweg und Murau heimwärts, was sich auch als klüger herausstellen soll. Alex versucht sein Glück durch den Tunnel, und muss umkehren... 

Resümee: Siehe Wanderung 2008 ;)