Wanderung 2006

auf gehts, immer da Goaß nach!

Wir werden zwar älter, aber von Vernunft ist noch nicht viel zu sehen, oder sind Sie schon mal um 3 Uhr in der Früh an einem Samstag aus den Federn gekrochen? Dies war die unchristliche Uhrzeit, zu der die meisten ihr Bett verließen, um rechtzeitig um 4 Uhr am 1. Juli beim Treffpunkt, der Hauptschule Guntramsdorf, zu sein. 

In vier Vehikeln brachen wir auf, damit wir um 8 Uhr in Tamsweg im Lungau sein konnten. Wir, da waren diesmal gleich drei neue Gesichter dabei, Karl und Annemarie Trenk kamen mit ihrem Enkel Christopher Krämer zu ihrer Wanderungspremiere. Die restlichen Freaks waren schon bergerfahren: Manchi, der auch heuer wieder die Wanderung organisierte, sprich er ist verantwortlich dafür, dass wir völlig übermüdet die Reise antraten. Conny, der uns in Zukunft nicht nur auf den Berg sondern auch in der Tischtennishalle begleiten wird; Berni, Stefan, Christoph, Marlene, Richard, Flo und Philip, Gerhard und natürlich unser Bongo komplettierten unser Team. 

Als wir um 8 Uhr die Grangler-Hütte im Weißpriachtal auf 1350m Seehöhe erreichten, standen wir vor verschlossenen Türen. Wer ist an einem Samstag um 8 Uhr denn auch schon auf? Außer uns natürlich… Um uns die Zeit zu vertreiben, gab es nur eine Möglichkeit: der Fußball musste her! Stock und Stein und andere Dinge, die im Weg rumstanden, wie Weidezäune oder gar ein Bach konnten uns nicht vom kicken abhalten. Nach einiger Zeit ließ sich dann doch mal jemand in der Hütte blicken und die Sennerin servierte uns unser zweites Frühstück, welches durchaus deftig ausfiel. Vor allem Gertschy schlug ordentlich zu; drei Eier sind doch nicht viel, für einen Mann, der zu wenig Cholesterin hat, oder? 

Gestärkt traten wir den Bergaufstieg um 10 Uhr an, wir entschieden uns für die kleinere Runde, da das Wetter nicht sonderlich einladend war. Doch auch die so genannte "Kleinere" hatte es in sich. Erst nach 7 Stunden oder mehr sollten wir wieder unsere Schlafstätte erreichen. Nun aber alles der Reihe nach:

Im Tal schien fast noch die Sonne, doch je höher wir hinauf kamen, desto nebeliger wurde es. Nach circa zwei Stunden Wegzeit erwartete uns die erste größere Schwierigkeit: wir fanden keine Markierung mehr… Richy und Fips erklommen eine ziemlich steile Wand, um einen besseren Ausblick zu haben, was sich aber als nicht sinnvoll herausstellen sollte. Nach intensivem Kartenstudium fanden wir doch wieder unseren Weg und marschierten munter weiter. 

Und was wäre eine Wanderung ohne einen kuriosen Sager von Bongo…? Er las irgendwo "Eintritt frei" darauf Big B: "und wos kosten dann zwa Tritte?" Hierzu kein weiterer Kommentar…

Im immer dichter werdenden Nebel, einsetzenden Regen und über riesige Schneefelder kämpften wir uns vor bis zur Ahkarscharte auf 2316 Meter Seehöhe. Dies war der höchste Punkt der Wanderung 2006, doch für ein richtiges Gipfelfoto blieb keine Zeit, waren auch die Gruppen ziemlich zerrissen. Die Trenk-Family musste doch auf Christopher Rücksicht nehmen, aber nichts desto Trotz, er schlug sich sehr wacker! 

Fast schon im Laufschritt eilten Richy, Flo, Fips und Stoffl der Oberseehütte entgegen, die 600 Meter unterhalb der Ahkarscharte lag. Dort angekommen gab es nur ein Motto: "Wenn die ka Bier ham, gemma wieder haam!" Die Hüttenwirtin machte mit uns an diesem Tag vermutlich das beste Geschäft seit Wochen… so hungrig und durstig wie wir dort auftauchten. Nichts war vor uns sicher, weder die Kaspressknödel- noch die Leberknödelsuppe, genauso wenig wie diverse Süßspeisen, und das Bier schon gar nicht!

War es doch der Tag, des WM-Viertelfinalspiels zwischen England und Portugal, blieb der Aufenthalt für Stefan, Fips, Flo und Christoph eher von kurzer Dauer. Laut Manchi hätten wir eine Stunde für den Abstieg zur Grangler-Hütte brauchen dürfen. Da wir seine Zeitangaben aber regelmäßig um einiges unterschritten hatten, machten wir uns erst um 16:20 auf den Weg. Dies sollte sich als großer Fehler herausstellen: der Weg zog sich mehr als erwartet und wir benötigten tatsächlich genau eine Stunde… Doch nicht alle dieser 4 TTCler wanderten bis zur Hütte. Rekrut Schuster (Mai 2006 abgerüstet) konnte sich scheinbabr an seine Zeit beim Heer nicht erinnern und zog es vor, sich von Einheimischen mit dem Auto zurück zur Hütte chauffieren zu lassen. 

Frisch geduscht ging es dann ab vor den Fernseher, um zumindest die zweite Halbzeit zu sehen. Die Eile war allerdings ziemlich um sonst, endete das Spiel nach 120 Minuten torlos und das Elferschießen musste her… Portugal gewann wie schon bei der EM 2004. 

Der erste Tag neigte sich dem Ende zu, nach einem äußerst deftigen Bauerntopf zum Nachtmahl wurde noch das Ausscheiden der Brasilianer bejubelt (0:1 gegen Frankreich) und ein paar Nägel versenkt. Geschlaucht von 7 Stunden wandern und wenig Schlaf in der Vornacht fielen wir hundemüde ins Bett.

Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre: sonniger konnte es nicht sein! Ein ausgedehntes Frühstück präparierte uns für den zweiten Tag. Vor unserem Abgang spendierte uns der wunderbare Hüttenwirt eine Runde Heidelbeerschnaps. Wunderbar deswegen, da er jede Bestellung unsererseits mit "wunderbar", "gute Idee" oder "super" kommentierte. Wurde er doch nicht nur von uns Toadstriker ziemlich auf den Arm genommen ;)

Berni musste uns leider schon in der Früh aus beruflichen Gründen verlassen. Doch die verbliebenen 13 Guntramsdorfer machten sich auf, den nächsten Berg zu erklimmen. Allerdings fehlten doch schon etwas die Kräfte nach dem harten Samstag, somit wurde der Sonntag eher zum relaxen an einigen Seen verwendet. So zum Beispiel trauten sich die ganz Harten in den Twenger Almsee, der bestimmt nicht über 10° hatte… Man hatte bereits nach wenigen Sekunden im Wasser das Gefühl, als fielen einem die Zehen ab. Doch Fips, Stefan, Flo und Christoph ließen es sich nicht nehmen, ganz unter zu tauchen - was sie nicht umbringt macht sie nur härter! Aber auch Bongo war bewundernswert, harrte er doch 2 ganze Minuten im eiskalten Wasser aus. Er verfließ das kühle Nass mit einem weiteren glorreichen Ausspruch: "So, jetzt geh i aba liaba außa, bevor no Schäden entstehen!" bekam dafür aber ein Bier von Zöchy spendiert.

Die weiteren Meter, die wir zurücklegten, führten uns über breite aber steile Almwiesen, ideal zum kicken, oder? Frei nach dem Motto "gib dem Kind einen Ball und es ist glücklich", schossen wir die Runde Wuchtel immer weiter den Berg rauf, bis er schlussendlich in einem See landete. Richy entpuppte sich aber als der Retter in der Not, sprang in den doch etwas wärmeren See als es der Twenger Almsee war, und holte den Ball wieder ans trockene Ufer. Rund um diesen See war ein elektrischer Weidezaun gespannt, der uns doch sehr belustigte. Mit den festen Bergschuhen verspürte man nur ein leichtes bremseln. Bildet man allerdings eine Kette, bei der der letzte barfüßig ist, ist die Spannung dann doch recht deutlich zu spüren. Sie werden sich fragen, wer denn so dumm sein kann, nun … die Namen beginnen mit Chr und St …

Vor dem endgültigen Abstieg machten wir noch einen Einkehrschwung in der Tonimörtel-Hütte und auch hier plünderten wir noch einmal die Küche. Gestärkt wurden dann die letzten 300 Höhenmeter abwärts zur Grangler-Hütte in Angriff genommen, von wo aus wir uns auf die Heimreise machten. 

Als Resümee bleibt zu sagen, dass wir wohl immer zumindest einen regnerischen Tag haben, es sicher nicht die letzte Wanderung war (nach dem sie 2005 entfallen musste) und auch 11jährige willkommen sind!