Wanderung 2004

Die Gipfelstürmer - Teil 5

Samstag, 10. Juli 2004, die Horrorstory kann beginnen. Zur gewohnten Zeit von 0600 fuhren 14 abenteuerlustige Mitglieder des TTC Guntramsdorf in Richtung Niedere Tauern. Wer sind diese kranken Menschen, werden sich an dieser Stelle einige Leute fragen, hier die Antwort: Bergfex Manfred "Manchi" Scharf, Gastwanderer aus Gumpoldskirchen Konrad "Conny" Manninger, Alpenvereinsmitglied Thomas "Bongo" Keller, Sportdirektor des Vereins Gerhard "Zöchy/Gertschy" Zöchmeister, Nachwuchsmannschaftskapitän Christoph Lehner, Heimkehrer (aus Wr. Neudorf) Stefan Schuster, Vereinsneuling Dominik Berger, die Nachwuchshoffnungen Roger "Rocha" Neubig und Philip "Fips" Streb mit Bruder Florian "Flo" Streb, Chaot Thomas "Feily" Feilmayr, Seltenheitsgast Sigmund "Sigi" Skalar und auch die Damenwelt war vertreten: Marlene "Mene" Pretl und Daniela "Dani" Marchsteiner. (Einige Mitglieder waren wegen diversen Gründen verhindert - Bernhard Garaus, Max Gadermeier, Jörg, Der und Richard Scharf)

Doch nun weiter im Kontext. Nach kurzer Fahrzeit wurde der erste kapitale Schnitzer begangen: Die Einkehr in der Raststätte bei Kapfenberg. An dieser Stelle befinden sich in knappem Abstand zwei Raststätten, wobei die nördlich gelegenere der beiden ursprünglich angepeilt wurde, da die südlichere durch Besuche aus den vergangenen Jahren als untauglich verrufen ist. Doch es kam, wie es kommen musste:

Halt bei der ersten Stätte. Zu wenig Platz! Was nun? Alternativprogramm! Modifizierte Raststättenauswahl war angesagt. Es blieb uns nichts Anderes übrig, als zur "guten" alten Pausenstation ein paar Kilometer weiter südlich zu fahren. Das Schicksal nahm gewohnte Züge an. Stefan beorderte ein Schinken -Käse-Baguette und erhielt anfangs nur einen Teller mit Gabel und Messer um später einen weiteren Teller zu bekommen, worauf sich das Baguette befand. Es passierte schon so viel, da muss doch endlich mal etwas Aufregendes, Schockierendes oder wenigstens Lustiges passieren und da geschah es: Dominik erzählt aus alten Geschichten, dass er schon mal "im Toast" war, Flo kommentiert das Fehlen Gerstchys Ham-and-Eggs so: "Gertschy hat auch noch keine Eier". Leider Gottes war das auch schon das einzige, was es von den ersten Stunden des Wochenendes zu berichten gibt - traurig, traurig.

Zweite Etappe der Anreise erfolgte. Was macht man um den Körper vor LABILität zu schützen? Man fährt zum BILLA-Geschäft und rammelt seinen Einkaufswagen voll - Tribute to Feily - Das Erstandene musste vorerst teilweise verzehrt werden. Nur teilweise deswegen, da man warmes Bier eher selten und ungern VERkonsumiert. Hier zeigten die Outdoor-Freaks praktische Auslebung der Kreativität in Notsituationen.

Das "Blechweckal" schrie nach Absenkung seiner Temperatur. Was machen? Idee: Schnur von Fotoapparat kombiniert mit Tasche von Fotoapparat und Haltegriff von Manchis Raubtier (Mazda). Das Konstrukt wurde aus dem Fenster gehalten, und vom Fahrtwind und vom strömenden Regen gekühlt.

Als die wackeren 14 endlich an der ausgewählten Destination ankamen, schiffte es wia aus Kübln. Abwarten und (Jaga/Hopfenblüten)Tee trinken war angesagt. Auch eine kleine Mahlzeit wurde eingenommen um sich noch einmal zu stärken, für den bevorstehenden Kraftakt. Von einer kleinen Kleinigkeit von 1600m ging es hinauf auf eine etwas größere Kleinigkeit von 2020m Seehöhe. Ad Curiosum: Man fuhr den Berg ein paar Meter talwärts um einen kürzeren Weg zur Hütte hinauf zu haben. Dem strömenden Regen beinahe widerstandslos ausgeliefert schlugen sich die Wanderer durch Schlamm, Fladen und Kälte bis zur Schlafstätte durch. Nach 7 Minuten Gehzeit wollte man uns bereits weismachen, dass wir bereits ein Drittel der Wegstrecke zurückgelegt hätten, für die normalerweise eineinhalb Stunden gebraucht wird. Schlussendlich dauerte der Aufstieg 50 Minuten, allerdings nur für die Ausreißergruppe, in der sich Flo, Fips, Stefan und Christoph befanden. Von Schnee und diversen Säften (SchWeiß und Regen) bedeckt, wurde man von einem netten, jungen Hüttenwirt begrüßt um sogleich das Schlafgemach zu beziehen.

Dank des Niederschlags artete das als "Höhenluftschulung" ged8e Wochenende in einen Ausflug mit Spielnachmittag/-abend aus. Auch nett, net? Da diese Wanderung ausnahmsweise nicht so viele Highlights zu bieten hat wie gewohnt, wollen wir gleich zu den Geschehnissen am Abend übergehen. Fips nahm sich fest vor, Gertschy die Position als Sportdirektor streitig zu machen und da waren ihm alle Mittel recht. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, Lärm zu machen, doch das war allen egal, da sich außer uns niemand bei den heurigen Wetterkapriolen in diese Höhen wagte.

Chronologische Reihung der folgenden Ereignisse: Christoph blitzte mit seiner Digicam die dunkle Umgebung (Fips: "Blitz mal daher, damit ich mich orientieren kann"), Feily wurde vom Regen begossen, da er unter dem offenen Fenster schlief und in der Früh des folgenden Tages fand eine Schneeballschlacht statt, da es in der Nacht ungefähr 5cm der weißen Pracht von Himmel schleuderte. Um etwa 0900 gab es ein ausgiebiges Frühstück, wo Bongo meinte, er müsse unbedingt Marmelade mit Brot essen (auf eine circa ein Zentimeter dicke Brotscheibe mehr als einen halben Zentimeter Marillenkonfitüre). Zum Abschied schenkte uns der Hüttenwirt noch 5 Murauer -Bier-Shirts, die selbstverständlich an die Belegung des "braven Zimmers" ging. Warum braves Zimmer? Erklärung: In der Früh gab es ja diese besagte Schneeballschlacht, jedoch wurde sie nicht, wie von Manchi angenommen, von Dominik, Feily und Co angezettelt, sondern von Gertschy und Christoph. Manchi wurde aber die verdrehte Version aufgetischt, dass das Zimmer rund um unseren Sportdirektor attackiert wurde (hier befanden sich: Gerhard, Stefan, Fips, Mene und der Erzähler dieser Story).

 

Auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse warteten wir einige Zeit ab, mit der Hoffnung, dass der Schneefall nachlässt. Doch der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Nach unzähligen Mikado- und Schachpartien brachen wir schlussendlich doch auf, auch wenn es weiterhin schneite. Allerdings blieb uns der Aufstieg zum "Mosermandl" verwehrt, und wir mussten mit einer weiteren Hütte, die etwa eineinhalb Stunden zu Fuß von unserer Schlafstätte entfernt lag, vorlieb nehmen. Zur generellen Verwunderung traute sich die Sonne doch noch aus ihrer Deckung hervor und beleuchtete unseren Abstieg von der Hütte zurück zum Parkplatz. Da der Schriftsteller des Vereins, Christoph, den Tanz um die Pfützen recht taktlos absolvierte und beinahe jede Gelegenheit nutzte, um in eine hineinzutreten, bevorzugte er handelsübliche Badeschlapfen für den Abstieg, da seine Schuhe mittlerweile selbst Pfützen waren. Jedoch gab er dieses Vorhaben nach 2 Serpentinen wieder auf, unbequem!

Als wir am Parkplatz ankamen, folgte eine kurze Pause, wo man sich bei einem Streichelzoo die Zeit vertreiben konnte. Die drei Erwachsenen, auch wenn ich Gertschy da selten und ungern dazuzähle, gingen rasch zu den Vehikeln und Zederhaus konnte verlassen werden. Irgendwann auf der Heimfahrt brachte Zöchy die genitale Idee an den Tag, dass Fips und Christoph bei einem Überholmanöver die nackten Gesäße aus dem Fenster strecken sollten. Die beiden kranken Nachwuchsspieler taten dies natürlich, da ein Getränk für sie dabei raussprang. Diese wurden konsumiert, bei einem Restaurant in Spital am Semmering. Dies war das letzte Nennenswerte Ereignis der Wanderung 2004.

So bleibt mir nur noch eines übrig, Gratulation an alle, die die Wanderung überstanden haben und genauso auch an die, die die Geschichte bis zum Schluss lasen. Man liest sich bei der nächsten Story.