Wanderung 2002

Am 29.6. war es wieder mal so weit: Die alljährliche Wanderung, oder lieblich von unserm Präsidenten "Höhenluftschulung" genannt, stand auf dem Programm. Zur unchristlichen Zeit von 6 Uhr morgens hieß es: rein in die Autos und ab Richtung Schladming, genauer gesagt in Richtung Obertal.

Die heuer stark dezimierte Mannschaft, erreichte ihr Ziel um ca. 10 Uhr. Von einem Parkplatz ging es dann hinauf auf den Berg. Es war ein schwüler Sommertag, wodurch das wandern zu einer schweißtreibenden Aktion wurde. Trotzdem schafften wir den ersten Anstieg zur Dursitzkarseehütte in einem Drittel der angeschriebenen Zeit. Dort gab es dann ein deftiges Mittagsmahl, das wir auch brauchten.

Gleich nach der Rast kam es zu einer kuriosen Situation. Einige mussten noch aufs WC, das etwa 9 Grad auf der Bong'schen Geruchsskala* hinterließ und währenddessen verließen die drei Bergerfahrenen (Bongo, Conny Manninger und Dr. Manchy) die Hütte. Der Rest (Sportdir. Gerhard, Statist Flo, Witzbold Fips, Egozentriker Stefan, Leithammel Christoph und Fitnessfreak Tommy) war der Meinung, dass die ÖAV-Mitglieder noch in der Hütte waren. Dem war aber nicht so, dies verkündete die Kellnerin der Gaststätte nach ungefähr 20 Minuten. Im Eiltempo versuchten die Einen die Anderen einzuholen. Allerdings gab es da ein weiteres Problem: die Nachzügler wussten nicht, wo sie hinsollten, da die Vorderen die Wanderkarte innehatten. Also wurde der Nächstbeste nach dem Weg befragt. Als sie dann endlich wussten wo es hinging, machten sie sich mit Meilenschritten hinter den Vorderen her.

*Zur Erklärung: 1 Grad auf der Bong'schen Geruchsskala = Wahrnehmung eines unguten Geruchs in Metern gegen den Wind gemessen)

Über großes Wurzelwerk und bis zu einem halben Meter hohen Gestein machten die Hinteren Meter um Meter gut. Nach gut 30 Minuten hatte der Rest die drei Oldies eingeholt. Doch das Tempo wurde nicht gedrosselt, zumindest nicht von Flo, Stefan und Christoph. Sie nahmen den übrigen Weg bis zur Nächtigungshütte in 50% der vorgesehenen Zeit. Je näher das erlösende Ziel rückte, desto rasanter ging es an der Spitze unserer Truppe zu. Die letzten Minuten bewältigten Stefan und Christoph sogar laufend, man bedenke, dass sie 3 Stunden Fußmarsch hinter sich und einen schweren Rucksack an sich hatten. Mit einer Verspätung von 0,25 Stunden querte Fips die "Ziellinie". Es folgten ihm Gerhard und Tommy, die auf die Oldies immerhin auch einen ordentlichen Vorsprung herausholten. Schlussendlich kamen auch Bongo, Manchy und Conny an. Da die Fläche rund um unsere Hütte Weidefläche war, umgab ein elektrischer Zaun das Gebäude. Fips und Flo wollten Bongo einreden, er müsse rund um das Haus gehen, um den E-Zaun zu überwinden. Doch unser Quiz21-Teilnehmer ließ sich nicht verarschen und kroch unter der "Barriere" hindurch. Bei Conny und Manchy funktionierte dann der Schmäh. Sie gingen tatsächlich rundherum und wunderten sich, warum es keinen Eingang gab. Dabei wäre die Sache so einfach gewesen, man brauchte nur den Zaun auszuhängen und zu passieren.

Nachdem das feudale Schlafgemach bezogen wurde, wurden die UNO-Karten aktiviert und bis spät in die Nacht nicht wieder weggepackt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, gniss auch Bongo, wie dieses hoch komplizierte Spiel zu spielen war. Doch gegen die UNO-Erfahrenen "Kartendippler" war Bongo natürlich chancenlos und es wollte für Bongo auch keine Chancenlosigkeitsumkehr eintreten ' er gewann keine einzige Runde.

Am Tag nach der halbwegs erholsamen Nacht, hatte Manchy vor, den Gipfel namens "Rotwipfel" (oder so ähnlich) zu stürmen, doch daraus sollte so schnell nichts werden: der Nebel gewehrte einem gerade mal eine Sichtweite von nicht mehr als 20 Metern. Wir warteten ab, ob sich die Nebelsuppe hebt, vergeblich. Nach ca. 2 Stunden des ewigen Wartens war Manchy des Wartens leid und munterte uns auf, den Berg zu bezwingen.

Auch wenn es nicht regnete wie im Vorjahr, war es auch heuer kein Honiglecken, den Berg hinauf. Das Gemeine an diesem Mountain war ja, dass er aus mehreren kleinen Hügeln bestand, d.h. man dachte viel zu oft, dass nach jeder kleinen Erhebung der Gipfel kommt, ich sag euch, so etwas ist sehr demoralisierend. Doch schlussendlich schafften wir es doch noch, bis zum höchsten Punkt zu kommen, der bei ungefähr 2500 m lag. Oben tobte ein Schneeregensturm, der uns die Stimmung noch mehr vermieste, also hieß es schnell her mit dem Fotoapparat, abdrücken und so rasch wie möglich wieder runter vom Kamm.

Über Schnee-, Steinfelder und Kuhfladen eilten wir der Ignaz-…-Hütte entgegen, wo wir unser Mittagessen einnahmen und nach kurzem Aufenthalt weiter talwärts marschierten. An der Spitze der Mannschaft lieferten sich Tommy, Flo, Fips und Christoph ein hartes Rennen, wer zuerst den Parkplatz erreicht, wo wir unsere Autos abstellten. Flo holte zwischendurch einen Polster von einigen Minuten heraus, den er allerdings aus sozialen Gründen wieder abgab. Schlussendlich bewältigten die 4 den Weg in 2 Stunden, statt wie angegeben in 3. Mit 45 minütiger Verspätung erreichten Stefan, Bongo, Gertschy, Manchy und Conny die Hütte, wo es riesige Hasen zu bestaunen gab, und wenn ich riesig sage, mein ich das auch so: diese Viecher waren mindestens 60 cm groß und wogen verdammt viel.

Ein beendigendes Resümee: die alljährliche Wanderung dürfte doch endlich ihre Früchte werfen, denn es gab heuer weniger geschlauchte Teilnehmer denn je zuvor.